Kastration der Hündin
Zwischen dem siebten und vierzehnten Monat wird die Hündin zum ersten Mal läufig. Die Läufigkeit kann bis zu drei Wochen dauern und tritt normalerweise zweimal pro Jahr auf. Am Ende der Läufigkeit ist die Hündin befruchtungsfähig.
Wenn die Hündin nie gedeckt werden soll, ist eine Kastration (Entfernung der Keimdrüsen, Eierstöcke) empfehlenswert. Unkastrierte Hündinnen haben ein erhöhtes Risiko, an Gebärmuttervereiterung (Pyometra) oder Brustkrebs (Mammatumoren) zu erkranken. Bei der Hündin kann eine Ovariohysterektomie durchgeführt werden, d.h. dass die Eierstöcke und die Gebärmutter entfernt werden. Um die von der Natur vorgegebene Situation im Becken zu wahren, kann die Gebärmutter auch nur partiell entfernt werden (weniger Verklebungen zwischen den Organen).
Chiropraktik für Hunde
Frau Dr. med. vet. Silvia Lüthi ist ausgebildete Chiropraktikerin für Tiere (dipl. IAVC)
Was ist Chiropraktik?
- Chiropraktik ist eine manuelle Behandlungsmethode zur Gesunderhaltung und Behandlung von Bewegungsstörungen und deren Folgen.
- Im Zentrum der Chiropraktik steht die gestörte Funktion der Wirbelsäule und die Auswirkung dieser Störung auf das Nervensystem und somit auf den gesamten Organismus. Ziel ist eine optimale Beweglichkeit und Nervenfunktion sowie ein uneingeschränkter Informationsaustausch zwischen Gehirn und allen Organen des Körpers.
- Ist die Beweglichkeit zwischen zwei Wirbeln eingeschränkt, kann es zu Funktionsstörungen bzw. Reizungen der austretenden Nervenstränge kommen.
- Vor der chiropraktischen Behandlung werden die komplette Wirbelsäule und die Gliedmassen auf vorhandene Einschränkungen der Beweglichkeit ihrer einzelnen Gelenke untersucht. Wird eine Bewegungseinschränkung (Blockade) diagnostiziert, wird das Gelenk gezielt chiropraktisch behandelt (Manipulation).
Vorbeugung von Reisekrankheiten
Die zunehmende Verbreitung des Massentourismus in den letzten Jahren hat eine Zunahme von Infektionskrankheiten mit sich gebracht, die von unseren Hunden aus Mittelmeer- und Tropenländern eingeschleppt werden. Die sicherste Prophylaxe ist natürlich, den Hund gar nicht erst in die entsprechenden Länder mitzunehmen. Es bieten sich aber heute Möglichkeiten, wie Sie Ihren Vierbeiner vor einer allfälligen Infektion schützen können.
Der kleine Fuchsbandwurm
Der kleine Fuchsbandwurm (Ecchinococcus multilocularis) ist ein 3 bis 5 mm langer Bandwurm, der vor allem im Darm des Rotfuchses vorkommt. Der Fuchsbandwurm kann aber auch Hunde und Katzen befallen.
Entwurmung
Der sehr enge Kontakt zwischen Mensch und Haustieren bringt dem Menschen nicht nur Freude, sondern auch gesundheitliche Risiken. So können Hunde und Katzen bestimmte Endoparasiten auf den Menschen übertragen, da diese ein zoonotisches Potential* besitzen. Das gilt für Rundwürmer ebenso wie für Bandwürmer und Giardien (Protozoen, Einzeller).
*Zoonosen: von Tier zu Mensch und von Mensch zu Tier übertragbare Infektionskrankheiten.
Die normale Geburt und wann ein Tierarzt beigezogen werden muss
1. Trächtigkeitsdauer
63 ± 1 Tag nach Deckakt
57 ± 3 Tage nach Ende der Läufigkeit
Erste Bewegungen stellt der Besitzer bei der Hündin/Kätzin 2 – 3 Wochen vor der Geburt fest. Erfahrene Züchter kennen darum oft die Welpenzahl bereits zu diesem Zeitpunkt.
2. Die 3 Stadien der normalen Geburt
- Eröffnungsphase (6 -12 Stunden; Erstgebärende bis 36 Stunden)
Während dieser Phase zieht sich die Gebärmutter zusammen, ausgelöst durch einen abrupten Abfall des Schwangerschaftshormons Progesteron, was bei der Hündin einen Temperatursturz von 1° auf 37.0° bewirkt. Die Vulva („Wurf“) schwillt an, der hinterste Welpe wird gegen den Gebärmutterhals geschoben und der Muttermund öffnet sich.
Die Hündin/Kätzin ist sehr unruhig, geht auf und ab, hechelt, nestet, sieht sich nach dem Bauch um, leckt sich vermehrt den Genitalbereich und erbricht eventuell; einige Hündinnen/Kätzinnen können das Futter verweigern.
Der Schleimpropf im Gebärmutterhals löst sich, Schleim befindet sich in der Vagina und Fruchtwasser geht ab. Das Gesäuge wird prall (Milcheinschuss); das kann evtl. erst mit oder nach der Geburt der Fall sein (manchmal schon 1-2 Tage vor der Geburt). - Austreibungsphase
Die Welpen werden durch das Bauchpressen der Hündin/Kätzin ausgetrieben. Die Austreibungsphase hat begonnen, wenn die normale Körpertemperatur wieder erreicht, oder das Fruchtwasser abgegangen ist. Die Presswehen sind in den ersten 2-4 Stunden der Austreibungsphase schwach und unregelmässig. Werden sie stark und regelmässig, kommt innerhalb von 20-30 Minuten der 1. Welpe. Ist dies nicht der Fall: unverzüglich den Tierarzt konsultieren. - Nachgeburtsphase (Aufbeissen der Eihaut, Abnabeln)
Die Hündin/Kätzin beleckt die Welpen kräftig, gelegentliches Bauchpressen, damit die Nachgeburt abgeht, anschliessend Ruhepause mit Säugen. Die Nachgeburt folgt innerhalb von 5-15 Min. nach jedem Welpen. Austreibungsphase, Aufbeissen der Eihaut und Abnabeln finden für jeden Welpen einzeln statt. Es können aber 2-3 Welpen geboren werden und die Plazenten (Nachgeburten) folgen zusammen später. Die Nachgeburt wird in der Regel sofort gefressen.
Hypothyreose
Definition
Es handelt sich um eine Unterfunktion der Schilddrüse (Thyreoidea). Der dadurch bedingte Mangel an Schilddrüsenhormonen hat gravierende Auswirkungen auf praktisch alle Organsysteme. Betroffen sind meist Hunde mittleren Alters und mittleren bis grossen Rassen zugehörend. Beim Dobermann, Golden Retriever, Labrador sowie beim Boxer besteht eine Prädisposition (Veranlagung), an einer Hypothyreose zu erkranken.
Anatomie und Physiologie
Die Schilddrüse – auch Thyreoidea genannt – ist ein hormonproduzierendes Organ an der Vorderseite der Trachea (Luftröhre). Sie besteht aus zwei getrennten Lappen, die normalerweise nicht palpierbar (ertastbar) sind. Durch die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) wird sie zur Hormonproduktion angeregt. Der Hypothalamus als übergeordnetes Zentrum im Gehirn, ist für die Stimulation der Hypophyse zuständig. Schilddrüsenhormone beeinflussen die fötale Entwicklung sowie den Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel.

